Warum es schwierig ist, in den Wechseljahren abzunehmen

Probleme mit dem Gewichtsverlust während und nach der Menopause treten sehr häufig auf. Schauen wir uns die Gründe dafür einmal näher an.
Warum es schwierig ist, in den Wechseljahren abzunehmen

Letzte Aktualisierung: 16. Januar 2023

Die Wechseljahre sind mit einer Reihe von körperlichen und psychischen Veränderungen verbunden, die sowohl für Frauen als auch für Ärztinnen und Ärzte von Bedeutung sind. Eine der charakteristischsten ist eine Zunahme des Körpergewichts und eine Veränderung der Verteilung des Fettgewebes. Um dir zu helfen, alle Aspekte des Themas zu verstehen, schauen wir uns heute an, warum es schwierig ist, in den Wechseljahren abzunehmen und was du dagegen tun kannst.

Übergewicht und Adipositas in den Wechseljahren

Wie Expert:innen uns daran erinnern, kommt Adipositas vor dem 45. Lebensjahr bei Männern häufiger vor als bei Frauen; der Trend kehrt sich jedoch nach dieser Altersgrenze um.

Im Durchschnitt wird geschätzt, dass das viszerale Fett um 44 % und das gynoide Fett um 32 % während des Prozesses zunimmt. Demnach sind sowohl Fettleibigkeit als auch das metabolische Syndrom bei Frauen nach der Menopause 3,3-mal so häufig wie bei Frauen vor der Menopause.

All diese Erkenntnisse bestätigen, dass die Sorge um Übergewicht und Fettleibigkeit in den Wechseljahren nicht unbegründet ist. Das ist ein wirkliches Problem, das auch vielfältige Auswirkungen auf die körperliche und emotionale Gesundheit hat. Herzprobleme, Diabetes, Bluthochdruck, Depressionen und Krebs sind einige der damit verbundenen Komplikationen.

Aus all diesen Gründen führen viele Frauen ein regelmäßiges Bewegungsprogramm ein und ändern ihre Ernährung in der Hoffnung, einer Gewichtszunahme entgegenzuwirken. Doch egal, wie diszipliniert sie sind – viele von ihnen erreichen ihre Ziele von Anfang an nicht.

Warum ist das so? Natürlich ist der Prozess sehr komplex und multifaktoriell, aber in den folgenden Abschnitten erklären wir den Vorgang in einfachen Worten.

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Warum ist es schwierig, in den Wechseljahren abzunehmen?

Wenn Menschen an die Schwierigkeiten beim Abnehmen in den Wechseljahren denken, beziehen sie sich meist auf den schnellen Abfall des Östrogenspiegels. Sicherlich scheint dies die naheliegendste Erklärung zu sein, aber die Wahrheit ist, dass der Prozess komplexer ist, als du vielleicht denkst. Obwohl nicht alle Variablen bekannt sind, weisen Fachleute auf einige von ihnen hin.

Physiologische Faktoren

Warum es schwierig ist, in den Wechseljahren abzunehmen
Alle Veränderungen in den Wechseljahren sind auf physiologische Veränderungen zurückzuführen, die sich auf den Stoffwechsel auswirken können

Genetische Veranlagung, ethnische Zugehörigkeit, natürliche Alterung und epigenetische Veränderungen spielen eine Rolle, wenn es um Hindernisse bei der Gewichtsabnahme in den Wechseljahren geht.

Diese gelten als nicht veränderbare Faktoren, und ein Beispiel dafür ist der langsamere Grundumsatz (BMR). Dieser nimmt mit zunehmendem Alter natürlich ab, wodurch die Fähigkeit, Kalorien effektiv zu verbrennen, verringert wird.

Darüber hinaus gelten Grunderkrankungen vor dem Auftreten der ersten Symptome der Wechseljahre als Risikofaktoren. Zum Beispiel das Polyzystische Ovarialsyndrom, eine Schilddrüsenunterfunktion und Erkrankungen des Bewegungsapparats. Auch wenn keine Wechseljahre vorliegen, behindern diese selbstverständlich den Abnehmprozess.

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Hormonelle Faktoren

Die Wechseljahre sind mit verschiedenen hormonellen Veränderungen verbunden. Es kommt zu einem deutlichen Rückgang von Östradiol (E2), Östron (E1) und Sexualhormon-bindendem Globulin (SHBG), während die Produktion des follikelstimulierenden Hormons (FSH) ansteigt und der Androgenspiegel beibehalten wird.

All dies führt zu Veränderungen in der Körperzusammensetzung, die durch die Ansammlung von Fettgewebe vor allem im Bauchbereich gekennzeichnet sind.

Expert:innen warnen, dass Östrogene bei Frauen für die Ansammlung von Fett im Unterhautgewebe an Gesäß und Beinen verantwortlich sind. Androgene hingegen sind für die Anhäufung von subkutanem Fett in der Bauchregion verantwortlich.

Wenn die Produktion von Androgenen reduziert und Androgene beibehalten werden, verlagert sich das Fett von den Hüften, dem Gesäß und den Beinen in die Bauchregion.

Einflussfaktoren des Lebensstils

Zu diesen Faktoren gehören eine übermäßige Kalorienzufuhr, geringe körperliche Aktivität, sitzende Tätigkeit und unregelmäßiger Schlaf. Viele dieser Variablen werden durch hormonelle Veränderungen vermittelt, da diese Schlaf, Hunger, Appetit und Energie oder Müdigkeit beeinflussen. Sie werden aber auch durch das Älterwerden gefördert.

Es ist wichtig, die Veränderungen im Essverhalten in den letzten Jahrzehnten zu betrachten. Zum Beispiel die Zunahme der Bedeutung stark industriell verarbeiteter Lebensmittel in der Ernährung.

Dies ist einer der Gründe, warum neben den hormonellen Veränderungen die Prävalenz von Übergewicht in den Wechseljahren und die Schwierigkeiten beim Abnehmen zugenommen haben.

Psychologische Faktoren

Warum es schwierig ist, in den Wechseljahren abzunehmen
In den Wechseljahren gibt es zudem viele emotionale Probleme, die die Gewichtszunahme beeinflussen können

Depressionen, Ängste, Stress und andere Störungen können endogene Mechanismen stimulieren, die zu Übergewicht und Adipositas führen.

Ebenso können diese als Folge einer hormonellen Störung ausgelöst werden; sie treten tendenziell aber auch ohne Zusammenhang damit auf. Psychische Belastungen durch den Vorgang der Wechseljahre, ein verändertes Sexualleben, ein verändertes Körperbild und das Alter können ebenfalls eine Rolle spielen.

Zusätzlich zu all diesen Variablen sollte bedacht werden, dass viele Frauen vor, während oder nach der Menopause eine pharmakologische Behandlung beginnen, um verschiedene gesundheitliche Probleme zu behandeln. Eine Nebenwirkung einiger dieser Mittel äußert sich in einer Zunahme des Körpergewichts.

All das macht es schwierig, in den Wechseljahren abzunehmen – dies ist ein sehr komplexer und komplizierter Prozess, wie du gesehen hast. Die Ursachen sind multifaktoriell und können nicht allesamt nur auf ein hormonelles Ungleichgewicht zurückgeführt werden.

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